Wohnberechtigungsschein (WBS) Leipzig

Plattenbausiedlung Leipzig GrünauDie sächsische Metropole Leipzig zieht durch ihr florierendes Stadtleben zahlreiche Menschen an. Interessieren sich Zuzügler für eine Sozialwohnung, brauchen sie einen Wohnungsberechtigungsschein für Leipzig. In der Innenstadt und den verschiedenen Stadtteilen entstehen unterschiedliche Projekte im Bereich des sozialen Wohnungsbaus.

Durch die Suburbanisierung und den Neubau von Einfamilienhäusern am Stadtrand lagen große Flächen der Innenstadt brach. Auf diesen Grundstücken entstanden Stadthäuser – auch Townhouses genannt – die sich ins Stadtbild integrieren. Über 200 neue Immobilien bieten vorrangig jungen Familien und kreativen Individualisten ein Zuhause.

Leipziger Wohnungsbau bezieht sich auch auf Sozialwohnungen

Die bestehenden Sozialwohnungen reichen in Leipzig kaum aus. Bezahlbarer Wohnraum gehört zur Mangelware. Menschen mit einem Wohnberechtigungsschein für Leipzig warten lange Zeit auf eine bezahlbare Unterkunft. Der Grund: Der Stadt fällt es schwer, den Bedarf an Sozialwohnungen zu decken. 1.200 bis 1.300 neue Wohnungen mit Mietpreisbindungen wären notwendig, um alle berechtigten Haushalte unterzubringen.

Wie entwickelt sich der Wohnungsneubau in der Stadt?

Das Bundesland Sachsen erhielt jährlich Fördergelder für den Bau sozialen Wohnraums. In den Jahren 2015 und 2016 nutzte die Stadt das Geld nicht. Erst 2017 schloss sie Vereinbarungen zum Bau von Sozialwohnungen ab. Private Vorhabenträger kümmern sich um die Sanierung von 70 Wohnungen in bislang leer stehenden Häusern. Zudem erhielt die Metropole 2017 20 Millionen Euro an Fördermitteln. Private Hausbesitzer erhalten beim Bau einer Immobilie 27.000 Euro für die Sanierung einer mittelgroßen Altbauwohnung. Dafür bieten sie diese als Sozialwohnung an.

Bei Neubauten winkt ein Zuschuss von 38.000 Euro. Um die Fördergelder zu erhalten, verpflichten sich die Immobilienbesitzer, die Kaltmieten für 15 Jahre zu deckeln. Pro Quadratmeter liegen sie für diesen Zeitraum bei 4,66 bis 6,50 Euro. Bisher gibt es in der Stadt 100.000 Haushalte, denen ein Wohnberechtigungsschein für diese Quartiere zusteht. Durch einen massiven Zuzug in die belebte Großstadt benötigt diese jährlich 2.000 neue Sozialwohnungen. Die Fördergelder reichen nur für 500.

Die bewilligten Gelder verbaut die Stadt binnen drei Jahren. Zudem bekommt Leipzig in den Jahren 2018 und 2019 voraussichtlich je 20 Millionen Euro vom Land. Um den sozialen Wohnraum zu erschließen, denken die Stadtplaner über eine Entwicklung neuer Stadtviertel nach. Für den Bau neuer Wohnungen vergibt die Kommune Grundstücke an private Bauherren. Diese ermöglichen den Aufbau einer preisgünstigen Wohnfläche.

Welche Unternehmen bauen in Leipzig Sozialwohnungen?

Im Juni 2017 existierten 15 Bewerber, die sich für den Bau des sozialen Wohnraums interessierten. Darunter befanden sich eine Reihe von Genossenschaften. Im Jahr 2018 bekommt voraussichtlich der Großvermieter LWB das Fördergeld. In der Bernhard-Göring-Straße soll ein erstes Projekt mit 80 Sozialwohnungen entstehen. Zusätzlich beschloss die Stadt Leipzig, bei allen großen Bauvorhaben eine Quote von 30 Prozent Sozialwohnungen einzuplanen. Die Regelung komme bei einem geplanten Projekt am Bayerischen Bahnhof zur Geltung.

Um die Fördergelder zu beziehen, spielen angemessene Wohnungsgrößen eine Rolle:

  • Ein Einpersonenhaushalt braucht 45 Quadratmeter,
  • ein Zweipersonenhaushalt 60 Quadratmeter,
  • der Dreipersonenhaushalt 75 Quadratmeter,
  • der Vierpersonenhaushalt 85 Quadratmeter.

Ferner achtet die Stadt auf die Höhe der Baukosten. Bei einem Neubau oder einem Umbau liegen diese bei bis zu 2.200 Euro pro Quadratmeter. Handelt es sich um eine Sanierung, liegen sie zwischen 600 und 1.800 Euro je Quadratmeter Wohnfläche.

Wem steht ein Wohnberechtigungsschein in Leipzig zu?
Den Wohnberechtigungsschein erhalten volljährige Personen, die für eine Wohnung aufkommen können und denen diese rechtlich zusteht. Zusätzlich kommt es darauf an, dass sie dort ihren Hauptwohnsitz anmelden. Um den Schein zu erhalten, gelten bestimmte Einkommensgrenzen. In Leipzig existieren insgesamt vier Wohnberechtigungsscheine:

  • der weiße Schein
  • ein grüner Schein
  • ein gelber Schein
  • ein Wohnberechtigungsschein für Umzüge in ein anderes Bundesland

Der weiße Wohnberechtigungsschein ermöglicht den Bezug einer belegungsgebundenen Wohnung der LWB. Die Abkürzung steht für die Leipziger Wohnungs- und Baugesellschaft mbH. Diese besitzt eine Kooperationsvereinbarung mit dem Sozialamt Leipzig. Mit dem grünen Schein erhalten Berechtigte die Möglichkeit, eine durch Fördermittel sanierte oder neuerbaute Wohnung anzumieten. Den gelben Schein brauchen Personen, die sich für eine mit Baukostenzuschuss gebaute Wohnung interessieren.

Wie bekommen Antragsteller den Wohnberechtigungsschein?
Um den Wohnberechtigungsschein zu beantragen, wenden sich Berechtigte an den Bürgerservice im Bereich “Soziale Wohnhilfen”. Erhalten sie einen Termin, bringen sie folgende Unterlagen und Formulare mit:

  • den Pass oder Personalausweis
  • Einkommensbelege (Sozialhilfebescheid, Gehaltsnachweis des letzten Jahres)
  • den Wohnberechtigungsscheinantrag
  • den Mietvertrag der aktuellen Wohnung
  • sowie gegebenenfalls Mutterpass oder Schwerbehindertenausweis.

Stellen die Mitarbeiter einen neuen Wohnberechtigungsschein für Leipzig aus, rechnen die Antragsteller mit Gebühren von fünf Euro. Das gilt nicht für Leistungsempfänger nach SGB II und SGB XII.

Kontaktdaten:

Dienststelle: Soziale Wohnhilfen
Prager Straße 21
04103 Leipzig
Telefon: 0341 123-9139
Fax: 0341 123-9125
E-Mail: soziale.wohnhilfen@leipzig.de
Abteilungsleiter: Herr Tom Hübner
Zimmer: 402