Wohnberechtigungsschein und WBS-Rechner

Wohnberechtigungsschein Lünen

Lünen behandelt bezahlbares Wohnen als eigenes Stadtentwicklungsthema: Der Masterplan Wohnen der Stadt soll eine bedarfsgerechte Wohn- und Siedlungsentwicklung steuern, zugleich werden öffentlich geförderte Wohnungen in einzelnen Quartieren gezielt geplant. Für Haushalte mit geringem Einkommen bleibt der Wohnberechtigungsschein Lünen deshalb ein wichtiger Zugang zu gefördertem Wohnraum.

Ein Wohnberechtigungsschein, kurz WBS, wird benötigt, wenn eine öffentlich geförderte Wohnung in Lünen oder an einem anderen Ort in Nordrhein-Westfalen bezogen werden soll. Die Stadt Lünen prüft dafür unter anderem das Haushaltseinkommen, die Zahl der Haushaltsmitglieder, die Aufenthaltsberechtigung und die angemessene Wohnungsgröße.

Voraussetzungen für einen Wohnberechtigungsschein in Lünen

Nur Menschen, die bestimmte Einkommensgrenzen nicht überschreiten, dürfen eine öffentlich geförderte Wohnung nutzen. Dafür ist ein Wohnberechtigungsschein notwendig. Zuständig ist in Lünen das Team Wohnen der Stadtverwaltung.

Nach den Angaben der Stadt Lünen sind wohnberechtigt:

  • Wohnungssuchende und ihre Haushaltsangehörigen, die sich nicht nur vorübergehend in Deutschland aufhalten und ihren Wohnsitz auf längere Dauer in Deutschland begründen können,
  • Wohnungssuchende ab 18 Jahren oder jüngere Antragsteller mit Einverständniserklärung der Eltern,
  • Haushalte, deren gemeinsames Einkommen die gesetzlich festgelegten Grenzen nach § 13 WFNG NRW nicht überschreitet,
  • Haushalte, bei denen die künftige Wohnung die zulässige Wohnungsgröße nach § 18 WFNG NRW und den Wohnraumnutzungsbestimmungen einhält.

Für Familien, Alleinerziehende, schwerbehinderte Menschen, pflegebedürftige Menschen und Haushalte mit gesetzlichen Unterhaltsverpflichtungen können im Einzelfall Abzugsbeträge eine Rolle spielen. Die Stadt weist deshalb darauf hin, dass die Berechnung im Einzelfall durch die Behörde erfolgt.

Einkommensgrenzen für den Wohnberechtigungsschein Lünen

Für Lünen gelten die Einkommensgrenzen des Landes Nordrhein-Westfalen. Die Stadt Lünen nennt auf ihrer offiziellen Serviceseite folgende Grenzen nach dem WFNG NRW. Maßgeblich ist nicht einfach das Bruttogehalt, sondern das bereinigte Jahreseinkommen aller Haushaltsmitglieder.

Haushalt Einkommensgrenze 100 Prozent Beispiel für mögliches Brutto-Jahreseinkommen
Alleinstehende Person 23.540 Euro 38.011 Euro
2 Personen 28.350 Euro 51.777 Euro
Alleinerziehend mit 1 Kind 29.210 Euro 53.121 Euro
3 Personen mit 1 Kind 35.740 Euro 57.074 Euro
4 Personen mit 2 Kindern 43.130 Euro 68.621 Euro
5 Personen mit 3 Kindern 50.520 Euro 80.168 Euro

Die Brutto-Beispiele beruhen auf einer Modellrechnung, bei der eine Person im Haushalt Einkünfte erzielt und Steuern sowie Beiträge zur Kranken- und Rentenversicherung entrichtet. Bei Rentnern, Erwerbslosen, mehreren Verdienern oder besonderen Freibeträgen kann das Ergebnis anders ausfallen.

WBS Typ A und Typ B in Nordrhein-Westfalen

Bei geförderten Wohnungen in Nordrhein-Westfalen wird häufig zwischen Einkommensgruppe A und Einkommensgruppe B unterschieden. Gruppe A entspricht der regulären Einkommensgrenze. Gruppe B kann bei bestimmten öffentlich geförderten Wohnungen für wirtschaftlich leistungsfähigere Haushalte gelten, deren anrechenbares Einkommen die Grenze um bis zu 40 Prozent überschreitet. Ob eine bestimmte Wohnung in Lünen für Gruppe A oder Gruppe B vorgesehen ist, ergibt sich aus der jeweiligen Förderbindung und wird im Einzelfall geprüft.

Wie wird das Einkommen bewertet?

Für den Wohnberechtigungsschein zählt das Einkommen aller Personen, die zur künftigen Haushaltsgemeinschaft gehören. Die Stadt Lünen nennt als Nachweise unter anderem Lohnabrechnungen, Bescheide über Arbeitslosengeld, Bürgergeld, Rentenbescheide und weitere Einkommensnachweise.

Entscheidend ist das bereinigte Jahreseinkommen. Vom Bruttoeinkommen können je nach Fall Abzüge, Werbungskosten, Sozialversicherungsbeiträge und besondere Freibeträge berücksichtigt werden. Auch Unterhaltspflichten, Schwerbehinderung oder Pflegebedürftigkeit können die Berechnung beeinflussen. Deshalb ersetzen Tabellen keine Prüfung durch die Behörde.

Wohnberechtigungsschein Lünen anfordern

Wohnberechtigungsschein LünenHier finden Sie den Antrag für den Wohnberechtigungsschein Lünen, den Sie einfach per E-Mail anfordern können.

Der Downloadlink kommt direkt per Mail. Das Formular können Sie nach dem Download online bearbeiten oder in ausgedruckter Form ausfüllen.








Wohnberechtigungsschein Lünen offiziell beantragen

Offizielle Informationen zum Antrag, zu den Voraussetzungen, zu Gebühren, Unterlagen, Bearbeitungsdauer und Verfahrensablauf stellt die Stadt Lünen im Serviceportal bereit. Dort wird der Wohnberechtigungsschein als „Wohnberechtigungsschein (WBS) und Unterstützung bei der Wohnungssuche“ geführt.

Nach Angaben der Stadt kann der Antrag nach Einreichung der vollständigen Unterlagen geprüft werden. Die Unterlagen können postalisch, persönlich oder per E-Mail eingereicht werden. Der WBS-Antrag muss vor Unterzeichnung des Mietvertrages gestellt werden. Die offizielle Informationsseite ist hier erreichbar: Wohnberechtigungsschein im Serviceportal der Stadt Lünen.

Benötigte Unterlagen für den Antrag

Für den Antrag auf einen Wohnberechtigungsschein in Lünen werden Nachweise zum Haushalt und zum Einkommen benötigt. Die Stadt nennt ausdrücklich den WBS-Antrag, Identitätsdokumente und Einkommensnachweise aller Haushaltsmitglieder.

Unterlage Hinweis
WBS-Antrag Der Antrag muss vollständig ausgefüllt und unterschrieben werden.
Identitätsdokumente Personalausweis, Reisepass oder bei Nicht-EU-Angehörigen auch der Aufenthaltstitel.
Einkommensnachweise Die letzten zwölf Einkommensnachweise aller Haushaltsmitglieder, zum Beispiel Lohnabrechnungen, ALG-I-Bescheid, Bürgergeldbescheid oder Rentenbescheid.
Nachweise zu besonderen Lebenslagen Je nach Fall etwa Nachweise zu Unterhalt, Schwangerschaft, Schwerbehinderung, Pflegebedürftigkeit oder regelmäßig im Haushalt lebenden Kindern.

Im Einzelfall können weitere Unterlagen erforderlich sein. Die Stadt Lünen bittet deshalb um vorherige telefonische Rücksprache, wenn unklar ist, welche Nachweise benötigt werden.

Gültigkeit und Arten des Wohnberechtigungsscheins

Der Wohnberechtigungsschein gilt in Nordrhein-Westfalen in der Regel ein Jahr. Die Stadt Lünen kann nach Prüfung der Voraussetzungen entweder einen allgemeinen WBS oder einen gezielten WBS ausstellen.

  • Allgemeiner Wohnberechtigungsschein: Er gilt für öffentlich geförderte Wohnungen in Nordrhein-Westfalen, sofern Wohnungstyp und Wohnungsgröße passen.
  • Gezielter Wohnberechtigungsschein: Er gilt für eine bestimmte öffentlich geförderte Wohnung in Lünen.
  • Einzug in ein anderes Bundesland: Wer außerhalb von Nordrhein-Westfalen eine geförderte Wohnung beziehen möchte, muss sich an die dort zuständige Gemeinde wenden.

Der WBS berechtigt nicht automatisch zum Abschluss eines Mietvertrages. Er ist der Nachweis, dass ein Haushalt eine geförderte Wohnung beziehen darf. Die Bewerbung um eine freie Wohnung erfolgt weiterhin beim Vermieter, bei einer Genossenschaft oder über andere Anbieter geförderter Wohnungen.

Wohnungsgrößen mit Wohnberechtigungsschein in Lünen

Für öffentlich geförderte Wohnungen gelten angemessene Wohnungsgrößen. Die Stadt Lünen nennt folgende Werte:

Haushaltsgröße Angemessene Wohnungsgröße
1 Person bis 50 Quadratmeter
2 Personen 65 Quadratmeter oder 2 Wohnräume
3 Personen 80 Quadratmeter oder 3 Wohnräume
4 Personen 95 Quadratmeter oder 4 Wohnräume
5 Personen 110 Quadratmeter oder 5 Wohnräume
Jede weitere Person zusätzlich 15 Quadratmeter oder ein weiterer Wohnraum

Besondere Wohnbedarfe können im Einzelfall berücksichtigt werden. Das gilt zum Beispiel bei Schwerbehinderung, Pflegebedürftigkeit oder besonderen familiären Umständen. Entscheidend ist die Prüfung durch die zuständige Stelle.

Sozialwohnungen mit Wohnberechtigungsschein in Lünen finden

Wohnungen mit öffentlicher Förderung sind über die Stadt verteilt. Die Nachfrage nach bezahlbarem Wohnraum bleibt hoch, gleichzeitig sind freie Sozialwohnungen nicht jederzeit verfügbar. Wer einen Wohnberechtigungsschein für Lünen erhält, sollte deshalb parallel bei Wohnungsunternehmen, Genossenschaften und Vermietern nach passenden Angeboten fragen.

Die Stadt Lünen bietet nach eigener Darstellung auch Unterstützung bei der Wohnungssuche an. Dafür müssen Wohnungssuchende die von der Stadt vorgesehenen Angaben einreichen. Aktuelle Hinweise dazu stehen auf der offiziellen Serviceseite der Stadt.

Wohnungsbau und geförderter Wohnraum in Lünen

Lünen hat mit dem Masterplan Wohnen eine Grundlage für die weitere Wohn- und Siedlungsentwicklung geschaffen. Nach Angaben der Stadt enthält der Masterplan unter anderem Empfehlungen zu Stadtentwicklung, Bestandsentwicklung und Neubauflächen. Auch geförderter Wohnungsbau gehört ausdrücklich zu den Themen, die bei künftigen kommunalpolitischen Entscheidungen berücksichtigt werden sollen.

Ein lokales Beispiel ist die Planung für öffentlich geförderten Wohnungsbau in Wethmar. Auf dem Gelände der früheren Hauptschule Wethmar sollen nach Angaben der Stadt unter anderem öffentlich geförderte Wohnungen, eine Kindertagesstätte, Geschosswohnungen und ein öffentlicher Spielplatz entstehen.

Anbieter von Sozialwohnungen

Lünen hat kein eigenes städtisches Wohnungsunternehmen. Geförderte Wohnungen werden von Wohnungsbauunternehmen, Genossenschaften oder privaten Vermietern innerhalb ihrer Wohnbauprojekte angeboten. Zum Einzug in eine Sozialwohnung ist ein Wohnberechtigungsschein für Lünen notwendig. Bei einer Genossenschaft kann zusätzlich eine Mitgliedschaft erforderlich sein.

Da Angebote, Wartelisten und Voraussetzungen je nach Vermieter unterschiedlich sind, sollten Interessenten direkt beim jeweiligen Anbieter nach freien geförderten Wohnungen fragen.

Kosten des Wohnberechtigungsscheins in Lünen

Die Stadt Lünen nennt für den allgemeinen Wohnberechtigungsschein eine Verwaltungsgebühr von 10 Euro. Für einen gezielten Wohnberechtigungsschein werden 10 bis 20 Euro angegeben. Die genaue Gebühr hängt vom Einzelfall ab.

Wichtig ist außerdem die Frist: Der Antrag auf einen WBS muss vor Unterzeichnung des Mietvertrages gestellt werden. Wer bereits kurz vor Vertragsabschluss steht, sollte die Unterlagen deshalb möglichst vollständig einreichen.

Sonderfälle beim Wohnberechtigungsschein

Umzug innerhalb von Nordrhein-Westfalen

Ein allgemeiner Wohnberechtigungsschein gilt grundsätzlich für geförderte Wohnungen in Nordrhein-Westfalen. Die konkrete Wohnung muss aber zur Personenzahl, zur Wohnfläche und zur Förderbindung passen.

Gezielter WBS für eine bestimmte Wohnung

Wenn bereits eine konkrete geförderte Wohnung in Lünen gefunden wurde, kann ein gezielter Wohnberechtigungsschein erforderlich sein. In diesem Fall prüft die Behörde nicht nur den Haushalt, sondern auch die konkrete Wohnung.

Änderung beim Einkommen

Ändert sich das Einkommen während des Antragsverfahrens, sollten Antragsteller die Behörde informieren. Für die Prüfung zählt das tatsächliche und nachweisbare Haushaltseinkommen. Unvollständige Angaben können die Bearbeitung verzögern.

Neuer Antrag nach Ablauf

Wird innerhalb der Gültigkeitsdauer keine passende Wohnung gefunden, muss in der Regel ein neuer Wohnberechtigungsschein beantragt werden. Der alte WBS kann nach Ablauf nicht mehr für einen neuen Mietvertrag genutzt werden.

Häufige Fragen zum Wohnberechtigungsschein Lünen

Gilt der Wohnberechtigungsschein Lünen nur in Lünen?

Ein allgemeiner Wohnberechtigungsschein gilt nach Angaben der Stadt für öffentlich geförderte Wohnungen in Nordrhein-Westfalen. Ein gezielter WBS gilt dagegen nur für eine bestimmte Wohnung in Lünen.

Wie lange ist der Wohnberechtigungsschein gültig?

Der Wohnberechtigungsschein gilt in der Regel ein Jahr. In dieser Zeit kann er für den Bezug einer passenden öffentlich geförderten Wohnung genutzt werden.

Was ist der Unterschied zwischen Wohnberechtigungsschein und Wohngeld?

Der Wohnberechtigungsschein berechtigt zum Bezug einer geförderten Wohnung. Wohngeld ist dagegen ein Zuschuss zu den Wohnkosten. Beide Leistungen sind unterschiedlich und müssen getrennt geprüft werden.

Kann der Antrag abgelehnt werden?

Ja. Eine Ablehnung kommt zum Beispiel in Betracht, wenn die Einkommensgrenze überschritten wird, Unterlagen fehlen, der Aufenthalt nicht ausreichend geklärt ist oder die gewünschte Wohnung nicht zur Haushaltsgröße passt.

Wie schnell bearbeitet die Stadt Lünen den Antrag?

Nach Angaben der Stadt Lünen wird der Antrag nach Eingang der vollständigen Unterlagen in der Regel innerhalb von zwei Wochen abschließend bearbeitet.

Kontakt

Zuständig ist die Stadt Lünen, Bereich Wohnen, Soziales und Inklusion. Die offiziellen Angaben sollten vor einer persönlichen Vorsprache geprüft werden, da Servicezeiten geändert werden können.

Angabe Kontakt
Zuständige Stelle Stadt Lünen, Team Wohnen / Wohnen, Soziales & Inklusion
Anschrift Rathaus, Willy-Brandt-Platz 1, 44532 Lünen
Telefon Stadtverwaltung 02306 104-0
Servicezeiten Team Wohnen Montag und Freitag 8:00 bis 12:30 Uhr, Dienstag 8:00 bis 12:30 Uhr und 13:30 bis 16:00 Uhr, Donnerstag 13:30 bis 16:00 Uhr, Mittwoch geschlossen
Offizielle Serviceseite Wohnberechtigungsschein im Serviceportal der Stadt Lünen

Rechtliche Grundlagen

Die wichtigsten Grundlagen für den Wohnberechtigungsschein in Lünen sind das Gesetz zur Förderung und Nutzung von Wohnraum für das Land Nordrhein-Westfalen (WFNG NRW), insbesondere die Regelungen zu Einkommensgrenzen und Wohnberechtigung, sowie die Wohnraumnutzungsbestimmungen des Landes Nordrhein-Westfalen.

Für die praktische Prüfung sind außerdem die jeweils aktuellen Hinweise der Stadt Lünen maßgeblich. Sie nennt auf ihrer Serviceseite das WFNG NRW in Verbindung mit den Wohnraumnutzungsbestimmungen als Rechtsgrundlage.

Weiterführende Informationen