Wohnberechtigungsschein Hannvover

Wie bei vielen anderen Aspekten des täglichen Lebens spielt auch in Sachen Wohnraumförderung das Landesrecht in Deutschland eine zentrale Rolle. In Niedersachsen sind im Hinblick auf die Erteilung eines Wohnberechtigungssccheins viele Kriterien von Belang. Dies hat Gemeinden wie Hannover dazu veranlasst, potentiellen Antragstellern ein vorheriges Beratungsgespräch zu empfehlen, um die Möglichkeiten einer Förderung zunächst grundsätzlich anhand der persönlichen Daten auszuloten. Doch wie sieht es im Hinblick auf geförderten Wohnraum in der niedersächsischen Hauptstadt überhaupt aus?

Die Lage ist eng

Stadt hannoverDie Zahl der Wohnungen, für die die Stadt Hannover ein “Belegungsrecht” hat (die Anführungszeichen entstammen der akutellen städtischen Homepage!), beträgt 19.000. Für eine Stadt mit mehr als 535.000 Einwohnern ist diese Zahl eher gering, zumal es sich nicht in allen Fällen um Sozialwohnungen handelt. Durch die Flüchtlingskrise ist ein weiterer Druck in diesem Segment des Immobilienmarktes entstanden. Die hiermit in Zusammenhang stehenden Probleme sind seit langem bekannt, wurden aber bisher durch die Politik nur unzureichend angegangen. Aus dem eigenen Bau von Wohnungen hat sich die Stadt Hannover, wie andere Gemeinden auch, weitgehend zurückgezogen. Der Trend weg vom Land in die großen Städte ist auch in Hannover spürbar. Trotzdem werden durch die öffentliche Hand pro Jahr nur etwa 600 Wohnungen gebaut von denen nur für 150 Wohnungen von unter sechs Euro pro Quadratmeter festgelegt werden.

Förderprogramme laufen ins Leere

Die öffentliche Hand ist seit Jahrzehnten darum bemüht, den eigenen Bau von Sozialwohnungen durch Förderprogramme für privat geschaffenen Wohnraum mit Mietpreisbindung zu ersetzen. Die Wohnungsmärkte in den großen Städten tendieren derzeit aber zu einer so rasanten Steigerungen der Mieten, dass sich die Inanspruchnahme von Fördergeldern für Investoren oft bereits mittelfristig nicht rechnet. Dies ist in Hannover nicht anders als in München, Köln oder Frankfurt am Main. Die Stadt Hannover bleibt folglich auf ihren Töpfen sitzen, ohne diese bisher für die Realisierung eigener Bauprojekte umzuwidmen. Ein weiterer problematischer Aspekt der erwähnten Förderprogramme ist, dass diese Investoren die Möglichkeit lassen, ihren Altbestand zu Wohnungen mit Mietpreisbindung umzuwidmen um im Gegenzug die mit staatlicher Förderung neu errichteten Wohnungen auf dem freien Markt anbieten zu können. Hierzu ist außerdem anzumerken, dass das niedersächsische Landesförderprogramm Mieten von bis zu sieben Euro pro Quadratmeter für zulässig erachtet. Im Rahmen des Altbestandes kann es im Rahmen der Umwidmung daher sogar zu Mieterhöhungen für schlechter erhaltene Wohnungen in wenig gefragten Lagen kommen.

Die Zukunftsaussichten sind eher getrübt

Auf ein Wiedererstarken des Engagements der Gemeinde zu hoffen ist aufgrund der Finanzlage der Stadt Hannover wenig aussichtsreich. Gleichwohl ist die Stadt bemüht, im Rahmen ihrer Möglichkeiten den Druck auf dem Wohnungsmarkt ein Stück weit abzufedern und auf einen verstärkten Bau von Sozialwohnungen hinzuwirken. Dies geschieht vor allem im Rahmen des Verkaufs von Grundstücken, die sich in öffentlicher Hand befinden. Käufer erhalten inzwischen meist die Auflage, einen bestimmten Prozentsatz an sozialem Wohnraum zu schaffen, wenn sie den Zuschlag für ein Grundstück erhalten. Diese Maßnahme allein wird auf mittlere bis lange Sicht allein nicht genügen, um den steigenden Bedarf an gefördertem Wohnraum zu decken.

Anspruchsberechtigte für einen Wohnberechtigungsschein in Hannvover

Um einen Wohnberechtigungsschein für die Stadt Hannover zu erhalten sind mehrere Voraussetzungen zu erfüllen. Die Einkommensgrenzen betragen derzeit nach § 3 Abs. 2 des Niedersächsischen Wohnraumfördergesetzes
(NWoFG) ein jährliches Einkommen von:

– 17.000 Euro für Alleinstehende
– 23.000 Euro für Haushalte mit zwei Personen

Für jede weitere Person erhöhen sich diese Werte um jeweils 3.000 Euro. Da gerade in Niedersachsen ein starkes Gefälle der Preise zwischen den verschiedenen Regionen herrscht, bietet das Gesetz die Möglichkeit einer Anpassung dieser Werte an die jeweilige Situation vor Ort. Hiervon hat die Stadt Hannover Gebrauch gemacht. Auch insoweit ist es wichtig, vor Stellung des Antrags auf einen Wohnberechtigungsschein wichtig, einen vorherigen Beratungstermin zu vereinbaren, um die etwaigen Gestaltungsmöglichkeiten bei einem im Grenzbereich befindlichen Einkommen näher auszuloten.

Für ausländische Antragsteller ist außerdem wichtig, dass aktuelle Aufenthaltsberechtigung bei Antragstellung noch mindestens ein Jahr Gültigkeit besitzt. Die Stadt Hannover bietet weiterhin eine direkte Vermittlung von sozialem Wohnraum an. Weitere Voraussetzung für die Inanspruchnahme der Vermittlung ist ein bereits einjähriger Aufenthalt in der Stadt Hannover. Außerdem darf noch keine Wohnung bezogen worden sein. Ausnahmen sind nur möglich, wenn die Wohnung zu klein ist. Andererseits ist aber die Größe des Wohnraums beschränkt, die öffentlich gefördert werden kann. Hier gelten in Hannover folgende Richtwerte:

– Eine Person: 50 qm
– Zwei Personen: 60 qm
– Drei Personen: 75 qm
– jede weitere Person: + 10 qm

Kontakt und Bezug des Wohnberechtigungsscheins

Die Vordrucke für die Antragstellung für einen Wohnberechtigungsschein für Hannover lassen sich hier  herunterladen. Zu richten ist der Antrag, einschließlich der notwendigen Anlagen, an die

Landeshauptstadt Hannover
Stadterneuerung und Wohnung
Sallstraße 16
30171 Hannover

Aufgrund der vielfältigen Aspekte, die bei der Vergabe eine Rolle spielen, wir an dieser Stelle nochmals die Inanspruchnahme einer persönlichen Beratung empfohlen.